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Wo ist China?

Ich stelle mir seit Monaten immer die gleiche Frage: "Ob es in China eigentlich Zigeuner gibt?" Da ich seit Monaten mir diese Frage nun schon stelle, habe ich natürlich auch schon ein paar kleine Antworten, die große Antwort jedoch, die lebt immer noch im Untergrund. Schauen wir uns doch die kleinen Antworten an, die die Ankunft der Großen Antwort vorbereiten.

Als die Periode der "Neue Ökonomische Politik" Lenins von Stalin beendet wurde und der Terror der Kollektivierung anfing, konnten die auf Privatwirtschaft, Bars, Keipen, Musikhallen usw. angewiesenen Lovara Zigeuner nicht mehr in Rußland überleben. Sie schauten kurz auf die Landkarte der privatwirtschaftlichen Welt nach und da es überall zu eng war mit all den anderen Kollegen, kam ihnen die Idee: Warum nicht in das dekandete China reisen? Da braucht man noch Kneipenmusiker und sonstiges Entertainment. So gingen sie ab 1927 nach Shanghai. Hier lebten sie ganz einträglich bis auch China der Kommunismus in seinen Bann zog. Die UdSSR und Volksrepublik China unterzeichneten 1948 ein Rückführungsabkommen aller russischen Exilanten. Die Zigeuner zählten dazu. Als sie wieder zurück nach Europa kamen, wurden sie von ihren Roma Kollegen von nun an die Kitaicurya (die Chinesen) genannt.

Auch schreibt der China Daily in einem Artikel, daß es im 17. Jh. urkundlich erwähnte Zigeuner gegebenen habe. Die Spuren von ihnen seien aber verwischt. Naja jedenfalls habe sich bisher noch keiner aufgemacht, die Nachfahren der selbigen in den Provinzen Gansu und Shaanxi zu suchen.

Dass es in muslimisch Zentralasien chinesischer Provinienz sprich Xinjiang Zigeuner (Eynu, Abdal) gibt, das ist nicht weiter verwunderlich. Die gehören ja nun auch zum muslimischen Kulturkreis und nicht zu diesen Dao, Lao, Mao Gelbchinesen. Also es bleibt die Frage: "Gibt es Chinesen unter den Zigeunern ... ähh... gibt es Zigeuner unter den Chinesen?"

Juri Slezkine behauptet ja nun, dass alle seßhaften Kulturmenschen Tabuzonen haben und diese Tabuzonen (Prostitution, öffentlicher Auftritt, Saubermachen, Leichenwaschen, Beschneidung usw.) von Leuten aufgefüllt werden, die er Mercurianer nennt im Gegensatz zu den Appolloianern, den Seßhaften. Also, wer macht dann bitte schön in China die Drecksarbeit? Die Chinesen selber? Soviel ich selbst gesehen habe, ist das zwar auch tatsächlich so. Da nun aber die gute Judith Okeley sagt: "Wenn wir keine Zigeuner hätten, würden wir uns welche machen!" , so muß es ja auch in China Zigeuner geben. Die Frage bleibt also bestehen.

Nun haben die Romani Studies Linguisten in Manchester einen Relaunch ihrer Webseite gemacht und haben dazu eine linguistische Romani Karte für die ganze Welt gemacht, ähh, naja für den eurasischen Kontinent jedenfalls und wo ist da China?

Die Frage bleibt bestehen.

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Olim ist ein arabischer Vorname, der sich aus der Silbe ilm ableitet und soviel heißt wie der Wissende oder Wissenschaftler. Ich habe den Namen 1994 in Buchara verliehen bekommen und ein Jahr später angefangen, Mittelasienwissenschaften zu studieren. Das tue ich heute immer noch im fortgesetzten Stadium. Derzeit arbeite ich am SFB 640 "Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel".

devona

devona ist ein Anhängsel an einen Namen, der soviel bedeutet wie "der Verrückte". Doch bedeutet Verrückt im sufischen islamischen Kontext mehr "der zu Gott entrückte". Denn der Narr gibt seinen Verstand an Gott ab, Gott aber schenkt ihm dadurch die Nähe zum Paradies. Da er seinen Verstand abgegeben hat, darf der nicht wie andere verständige Mitmenschen behandelt werden. Er liegt ausserhalb der weltlichen Gerichtsbarkeit. Er kann aufgrund seines Statuses sogar Gott tadeln oder mit ihm hadern. Er besitzt also Narrenfreiheit. Als mich ein Blogger dazu anhielt, einen eigenen Webblog einzurichten, anstatt den Leuten ungefragt ständig Reisemails zu senden, fing ich an dieses Blog zu schreiben. Damals muß ich verrückt gewesen sein, denn bloggen ist sowas von scheisse zeitaufwendig. Man ist ja quasi -zig Ressorts in einem: a) Ideenfindung, b) Recherche, c) Bildredaktion, d) Lektorat, e) Layout, d) Leserbriefe, e) Kritik. F) wie Service, G) Literatur, H) Musik und I) wie "Religion und Gesellschaft" schlafen eh seit Monaten den Dornröschenschlaf.

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