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Neulich im Wald...

In der Nähe von Leipzig, in der Nähe von Grimma, da gibt es einen einzigartigen Wald. Eigentlich könnte es solche Art von Wald überall da geben, wo Waldwirtschaft schon seit Jahrhunderten ihren Platz hatte. Doch im Tümmlitzwald, da haben Heimatschützer (sic!) (nicht die aus den Staaten) all das erhalten können, was sonst seit der Jahrhundertwende oder schon vor Jahrhunderten anfing zu vermodern und einzustürzen. So kann man hier alte Tongruben, Sprengstoffbunker oder durch die Pest verschuldete Wüstungen (verlassene Ortschaften) mit wieder ausgegrabenen Fundamenten bewundern.

Während wir in diesem Naherholungsgebiet im Muldetal herumstapften fiel uns vor allem ein Hinweisschild auf: "Im Jahr 1984 holten Thälmannpioniere und FDJler der Ernst Thälmann Oberschule diesen Findling aus dem Tümmlitzwald. Er wurde am Eingang der Schule aufgestellt und mit einer Plakette versehen. Im Jahr 1992 schafften Heimatschützer diesen Findling wieder an seinen Fundort zurück und entfernten die Plakette."

Als ich das las, fielen mir die Schuppen von den Augen... stimmt, in der DDR hatte jede vermaledeite Kleingartensparte, die den Namen eines Widerstandskämpfers trug, solch einen Findling in ihrer Mitte, mit Blumenrabatte geschmückt und mit Gussplakette am prominenten Ort. Vielen Schulen hatten einen Stein auf ihrem Grundstück, zu eben selben Zwecke. Aha, der Ethnologe in mir sah eine Querverbindung zwischen Sozialismus und glacialer Serie. Die Geltscher aus dem Norden bringen Felsgestein in die Niederungen. In Tibet auch ist es der König aus dem Norden, der die Erde beherrschen wird. Wilde Assoziationen, Mythen und Schöpfungsriten flogen durch meine Gedankenwelt.

Nun war ich gestern bei meinen Großeltern, erzählte ihnen diese Geschichte und da die beiden als Zeitzeugen ein knappes Jahrhundert Menschengeschichte überblicken, sind sie immer Autoritäten, was die Beantwortung solcher Fragen, wie Findlinge in der Kaiserzeit, bei den Faschisten und im Sozialismus angeht. Das Ergebnis war, dass man zwar aus Feldsteinen schon immer Fundamente baute, doch Gedenksteine, Kriegerdenkmäler und dergleichen mehr wurden gemauert, von Steinmetzen geschaffen, doch waren selten rohe Steine aus dem Wald.

Also hatte sich meine Ahnung bestätigt. Zwischen Sozialismus und Hinkelsteinen gab es einen eklatanten Zusammenhang! Nun erinnerte ich mich an eine Geschichte, die mir mein ehrwürdiger Lehrer erst vor kurzem erzählte. In der DDR waren Forschungen über vorchristliche Kulte und Kultur weitaus besser gefördert als im Westen Deutschlands. Dort fuhren Archäologen, die in W.Deutschland ausgebildet wurden in den Orient, nach Ägypten, in die Türkei oder in den Irak. Hier im Osten fuhren sie in den Kyffhäuser oder wo sie sonst noch graben konnten. Daraus entstanden solche Bücher wie "Günter Behm-Blancke: Höhlen, Heiligtümer, Kannibalen. Archäologische Forschungen im Kyffhäuser." In der DDR legte eben nicht die Kirche, die Berufung auf Petrus usw. die Fundamente der Selbstidentifikation, nein die Eiszeit war der Beginn auf die folgerichtig Karl Marx, Ernst Thälmann und Käthe Niederkirchner folgten. Oha! Das Rätsel war gelüftet, Sozialismus und Findling gingen eine innige Beziehung ein...

Mein Opa hatte dazu gar nichts zu sagen, er versorgte mich mit einem weiterem Rästel: "... Da gibt es ein Dorf Hohenstein, im Ernsttal gelegen. In diesem Dorf, wie in vielen, gibt es einen Anger, einen Dorfanger, das Zentrum also. Und in diesem Zentrum gibt es einen riesigen Findling, der wiegt 3,5 Tonnen. Und wenn der Hahn kräht, bewegt er sich..."

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Olim ist ein arabischer Vorname, der sich aus der Silbe ilm ableitet und soviel heißt wie der Wissende oder Wissenschaftler. Ich habe den Namen 1994 in Buchara verliehen bekommen und ein Jahr später angefangen, Mittelasienwissenschaften zu studieren. Das tue ich heute immer noch im fortgesetzten Stadium. Derzeit arbeite ich am SFB 640 "Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel".

devona

devona ist ein Anhängsel an einen Namen, der soviel bedeutet wie "der Verrückte". Doch bedeutet Verrückt im sufischen islamischen Kontext mehr "der zu Gott entrückte". Denn der Narr gibt seinen Verstand an Gott ab, Gott aber schenkt ihm dadurch die Nähe zum Paradies. Da er seinen Verstand abgegeben hat, darf der nicht wie andere verständige Mitmenschen behandelt werden. Er liegt ausserhalb der weltlichen Gerichtsbarkeit. Er kann aufgrund seines Statuses sogar Gott tadeln oder mit ihm hadern. Er besitzt also Narrenfreiheit. Als mich ein Blogger dazu anhielt, einen eigenen Webblog einzurichten, anstatt den Leuten ungefragt ständig Reisemails zu senden, fing ich an dieses Blog zu schreiben. Damals muß ich verrückt gewesen sein, denn bloggen ist sowas von scheisse zeitaufwendig. Man ist ja quasi -zig Ressorts in einem: a) Ideenfindung, b) Recherche, c) Bildredaktion, d) Lektorat, e) Layout, d) Leserbriefe, e) Kritik. F) wie Service, G) Literatur, H) Musik und I) wie "Religion und Gesellschaft" schlafen eh seit Monaten den Dornröschenschlaf.

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