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Entdeckung in der Posie

Vor ein paar Tagen fischte Dorothea aus der Papiertonne einen größeren Posten DDR Magazine der 1970er und 1980er Jahre. Darunter ein Heft Neues Leben aus dem Jahre 1974 (1). Dort fand ich diese Ganzleistung modernen Denkens und ungetrübter Zukunftslust. Ein Meisterwerk des Schreibens zwischen den Zeilen.


Entdeckung in der Posie

Die Lieb ist ein bevorzugtes Thema junger Poeten. Aber geben nicht auch andere Erlebnisbereiche Stoff und Anregung her, zur Auseinandersezung mit den Mitteln der Poesie? Wir wollen diese Frage nicht theoretisch beantworten. Das Wort hat Jürgen Ködlitz, Teilnehmer am letzten Schweriner Poetenseminar.

Erwartung

Wenn das neue Jahrtausend beginnt,
springe ich als einundsechzugjähriger Knabe
über Vorgartenliguster und fliege
-- ein Propeller auf den Rücken geschnallt --
über die Dächer der Stadt.
Auf einem Schornstein laß ich mich nieder,
wickle mein Frühstücksschnitzel aus,
nach neuestem Polymerisationsverfahren gezüchtet.
Dann fliege ich mit den Sperlingen
um die Wette,
schlage überm Balkon meiner Enkel
drei Purzelbäume in der Luft,
lande und erzähle ihnen,
wie ich in der Lehre
meinen ersten Schlüssel feilte.
Sie lachen sich kaputt
über eine Zeit,
die so viele Schlösser benötigte.

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Impressum

Olim ist ein arabischer Vorname, der sich aus der Silbe ilm ableitet und soviel heißt wie der Wissende oder Wissenschaftler. Ich habe den Namen 1994 in Buchara verliehen bekommen und ein Jahr später angefangen, Mittelasienwissenschaften zu studieren. Das tue ich heute immer noch im fortgesetzten Stadium. Derzeit arbeite ich am SFB 640 "Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel".

devona

devona ist ein Anhängsel an einen Namen, der soviel bedeutet wie "der Verrückte". Doch bedeutet Verrückt im sufischen islamischen Kontext mehr "der zu Gott entrückte". Denn der Narr gibt seinen Verstand an Gott ab, Gott aber schenkt ihm dadurch die Nähe zum Paradies. Da er seinen Verstand abgegeben hat, darf der nicht wie andere verständige Mitmenschen behandelt werden. Er liegt ausserhalb der weltlichen Gerichtsbarkeit. Er kann aufgrund seines Statuses sogar Gott tadeln oder mit ihm hadern. Er besitzt also Narrenfreiheit. Als mich ein Blogger dazu anhielt, einen eigenen Webblog einzurichten, anstatt den Leuten ungefragt ständig Reisemails zu senden, fing ich an dieses Blog zu schreiben. Damals muß ich verrückt gewesen sein, denn bloggen ist sowas von scheisse zeitaufwendig. Man ist ja quasi -zig Ressorts in einem: a) Ideenfindung, b) Recherche, c) Bildredaktion, d) Lektorat, e) Layout, d) Leserbriefe, e) Kritik. F) wie Service, G) Literatur, H) Musik und I) wie "Religion und Gesellschaft" schlafen eh seit Monaten den Dornröschenschlaf.

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