Dienstag, 26. August 2008

Den dann aber auch noch

Vor vielen Jahren Wochen hatte ich schon mal so einen Perkussionistenfilm auf der Seite verlinkt, der mich immer wieder begeistert. Ein weiterer Film dieser unabgeschlossenen Reihe ist dieser hier


[via]

Dienstag, 5. August 2008

Macht kaputt!

Irgendwie liegt dieser Artikel mir schon seit langem auf dem Herzen und doch habe ich ihn nicht geschrieben. Das Thema steht seit Jahren immer mal offen im Raum, vielleicht seitdem die Zitty das erste Mal Öl ins Feuer goss. Und darauf die Diskussion im Netz entbrannte. Als darauf (auch wenn daran sicher nicht der Artikel schuld war, ist halt so mit dem Zeitgeist) als darauf also ein halbes Jahr später die Medien und vor allem die Politiker das Wort aufgriffen, da dachte ich mir, das ist doch alles gelaufen, schon seit langem, und mit Worte_Neu_Erfinden ist dem Thema auch nicht geholfen.

Vielleicht war es Stralau, der mich darauf aufmerksam machte (ich habe jetzt ne halbe Stunde in alten Kommentaren gesucht und mußte feststellen, dass die meisten Verlinkungen nicht mehr funktionieren, dass Texte von früher nicht mehr da sind usw. deswegen kann ich es auch nicht beweisen, was Stralau vielleicht damals sagte...) aber ist sowieso eine Allerweltsweisheit: vor allem in Zeiten der Wirtschaftsrezession hat die schreibende und künstlerische Boheme genug Zulauf und Kraft gehabt, schöpferisch tätig zu sein. Als dann nach der Weltwirtschaftskrise die Leute wieder in Jobs kamen, war auch der künstlerische Sumpf schnell Trocken gelegt.

Und deshalb frage ich mich, ob es so schlau für einen Staat ist, wenn er sich auf die Fahnen schreibt, seine Kinder vor allem auf die Lebenslaufbahn mit den höheren Bildungsniveaus vorzubereiten. Die Kanzlerin will Bildungskanzlerin werden, Bildung sei Ehrensache. Mal abgesehen davon, dass Bildung ja nie wirklich das meint, was irgendwelche idealistischen Humanisten sich mal vor Hunderten von Jahren dazu gedacht haben, also mal abgesehen davon... Es geht doch vor allem darum, sich funktionierende Staatsfrüchte zu formen, damit das Staatswesen genug Obst für seine Saftpresse bekommt. Wenn man die aber alle mit Bildung vollpumpt, dann hat die Staatspresse das Problem, dass jedes kleine Früchtchen bevor es da rein geworfen wird, anfängt zu diskutieren. Man kenne seine Rechte, ja und so gehe das ja auch nicht, überhaupt zu diesen Konditionen ... Da übt sich Vaterstaat in Langmut, läßt die Leute sich austoben. Ist ja auch ganz angenehm, wird man halt erst ausgesaftet, wenn man selbst genug eigenen Saft verspritzt hat, freier Wille und so.

Nun aber, einerseits der Trend zum höheren Bildungsweg. Dann auch noch die ganze Kackdiskussion mit den neuen Familien, Eliteeltern und doch zwei Kinder und so, der ganze Schmuh, der vergisst, dass die größten Teile unserer Bevölkerung eben keine Hochschulbildung genießen. Das wir in unseren Sozialdebatten nur über einen verschwindend geringen Teil der Bevölkerung wirklich reden. Und die SPD Bonzen sprachen damals von dem Phänomen der bildungsfernen Schichten. Und die sozialen Debatten handeln von den kleinen Aufsteigern. Und die Unterwelt hat sich längst abgekoppelt und hört dem ganzen Schmuh eh nicht zu. Das könnte hier jetzt ewig so ein Ping Pong sein. Und die Intellektuellen, die sich von alleine abkoppeln, weil sie vielleicht begriffen haben, wie das Ganze hier läuft, schaun sich selbst beim Untergang zu. Weiss eigentlich dieser Staat, was er sich antut, wenn seine (zum Teil freiwillig) abgekoppelten Intellektuellen mehr werden, keinen Bock auf die Saftpresse haben und auch keine Lust mehr darauf, das Eigene zu bemitleiden, anstatt es sich bewußt auf die Fahnen zu schreiben? Macht kaputt was Euch kaputt macht? Und dann hat der Staat eine Menge rebellierender Intellektueller und keine Arbeiter mehr, die das alles wieder ganz machen. Ätsch! Umsonst sich was gefreut über hohes Bildungsniveau und so. Ist doch am besten dazu geeignet, was kaputt zu machen.

Aber wenn dann hart auf hart kommt, die Kartoffeln in der Erde mehr zählen als die Golduhr auf dem Buffett, dann ist aus mit der Hochgeistigkeit. Dann bringt das Bürgertum wieder ihre Teppiche auf den Acker und nimmt ein paar Rüben mit!

Jau! Und ich habe jetzt keine Lust mehr auf diese intellektuelle Masche des Mitleids, wird eh schon unseren Kindern gepredigt in den höheren Bildungsanstalten: Hilf dem Penner ins Obdachlosenasyl, damit er sich dort wieder in Kollektiv eingliedern kann, der Arme Mann! Scheisse, nix arm! Tritt ihm in den Arsch und zeige ihm das Rathaus, da liegt es sich besonders schön, einfach eine Bürotür auf, Sleep in! So geht das, nichts da mit eingliedern und so, das ist doch für 'n Arsch!

Montag, 16. Juni 2008

wer sagt das pornokanäle kein Bildungsfernsehen sind?

Habe gerade das hier in einem bekannten Internetkanal gefunden. War aber auch auf der etwas berühmteren Plattform mit den fast gleichen Namen zu haben, der Unverfänglichkeit wegen also von hier.

Komisch manchmal kommt man an sowas nicht vorbei....

Sonntag, 15. Juni 2008

Entdeckung in der Posie

Vor ein paar Tagen fischte Dorothea aus der Papiertonne einen größeren Posten DDR Magazine der 1970er und 1980er Jahre. Darunter ein Heft Neues Leben aus dem Jahre 1974 (1). Dort fand ich diese Ganzleistung modernen Denkens und ungetrübter Zukunftslust. Ein Meisterwerk des Schreibens zwischen den Zeilen.


Entdeckung in der Posie

Die Lieb ist ein bevorzugtes Thema junger Poeten. Aber geben nicht auch andere Erlebnisbereiche Stoff und Anregung her, zur Auseinandersezung mit den Mitteln der Poesie? Wir wollen diese Frage nicht theoretisch beantworten. Das Wort hat Jürgen Ködlitz, Teilnehmer am letzten Schweriner Poetenseminar.

Erwartung

Wenn das neue Jahrtausend beginnt,
springe ich als einundsechzugjähriger Knabe
über Vorgartenliguster und fliege
-- ein Propeller auf den Rücken geschnallt --
über die Dächer der Stadt.
Auf einem Schornstein laß ich mich nieder,
wickle mein Frühstücksschnitzel aus,
nach neuestem Polymerisationsverfahren gezüchtet.
Dann fliege ich mit den Sperlingen
um die Wette,
schlage überm Balkon meiner Enkel
drei Purzelbäume in der Luft,
lande und erzähle ihnen,
wie ich in der Lehre
meinen ersten Schlüssel feilte.
Sie lachen sich kaputt
über eine Zeit,
die so viele Schlösser benötigte.

Dienstag, 1. April 2008

seit 46 Jahren

Helen Thomas ist 87. Ihr Job ist es seit Anfang der 60er Jahre die Zeitungen mit ein oder zwei Kolumnen zu füttern. So bringt sie ihre Tage rum, als Kolumnistin des Weißen Hauses. Der Journalist und Fotograf Pontus Hook hat sie interviewt und eine kleine aber feine Slideshow daraus gemacht.

Mittwoch, 19. März 2008

chinesisches Massaker

bewaffnete chinesische Kräfte haben im Kloster Kirti, Provinz Setschuan, ein Massaker unter den Mönchen verübt. Dies ist ein harter Beweis, dass alle Behauptungen der chinesischen Regierung, Zurückhaltung geübt zu haben, platte Lügen sind.

Fünf der Toten sind namentlich bekannt:
Gepan Thalho, 64
Gagam, 40
Norbu, 17
Lhotse, 25
Tashi Wangchig, 27
Die anderen sind nicht identifiziert.

Diese Informationen müssen sich so weit wie möglich verbreiten, um der Weltöffentlichkeit klarzumachen, dass die chinesische Regierung in Tibet einen Völkermord verübt.

Donnerstag, 6. März 2008

Mimetische Gewalt

Die Nachahmung, die Mimesis dessen was geschehen ist und dessen was geschehen könnte, dass ist Grundlage einer Jahrtausende Alten Kunst. Der Kultur des Spiels, die Huizinga in seinem Buch "Homo ludens" so plastisch beschreibt, ist jungen Tieren und jungen Menschen besonders eigen. Dadurch lernen sie motorische Fähigkeiten, Schnelligkeit und Behendesei, Kombinierungsvermögen usw. Ne breite Pallette Sinn also in der Ganzen Packung. Oft halten solche Spiele uns Erwachsenen aber auch den Spiegel vor.

Auf eindrucksvolle Weise kann das Tim Thussin ein Photojournalist in einer Diatonschau belegen.

"Kids with guns", erschreckend und faszinierend zugleich.

Montag, 3. März 2008

Helden auf dem Hinterhof.

Eine lustige Art der Geschichtsbewältigung berichtet der ABV Blog aus Leipzig. Das erinnert mich an eine Geschichte, die ich aus Chimkent dem Süden Kasachstans gehört habe. Hier hat man wie (naja fast) überall die vormaligen Helden der russischen Revolution von den Sockeln geholt. Diese hat man jedoch auf ebener Erde im Stadtpark aufgestellt. Lenin weist dort mit seinem rechten Arm nicht mehr in die Zukunft, sondern auf das Klo im Stadtpark. So also sieht die Rache der Enkel der Revolution aus.

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Olim ist ein arabischer Vorname, der sich aus der Silbe ilm ableitet und soviel heißt wie der Wissende oder Wissenschaftler. Ich habe den Namen 1994 in Buchara verliehen bekommen und ein Jahr später angefangen, Mittelasienwissenschaften zu studieren. Das tue ich heute immer noch im fortgesetzten Stadium. Devona ist ein Wort das man fuer verrückt, entrückt, weggetreten benutzen kann. Es hat immer irgendwie mit Liebe zu tun, zu den Menschen, zum Leben, zu Gott. Naja und das zusammen macht die Figur Olim devona aus. Manchmal schlüfe ich in sie hinein und fuehle mich dann total devona.

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